Rammsteim gegen Homophobie: Küsse in Moskau

Aug 01, 2019 by apost team

Bei einem Konzert in Polen traten sie mit einer großen Regenbogenfahne auf, in Moskau ging Rammstein noch einen Schritt weiter: Mit einem Kuss zwischen den beiden Bandmitgliedern Richard Z. Kruspe und Paul Landers, setzte die Band ein weiteres Zeichen gegen Homophobie.

Erst wenige Tage zuvor setzte sich Schlagzeuger Christoph Schneider mit einer bunten Aktion für die Rechte der LGBTQ-Gemeinde ein (Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und queeren Menschen). Bei einem Konzert in Polen surfte er mit einem Schlauchboot durch den Zuschauerraum und schwenkte dabei eine riesen Regenbogenflagge durch die Arena.

Rammstein veröffentlichte daraufhin ein Foto der Aktion auf ihrem Social Media Kanal und untertitelte das Bild mit den Worten "Equal Rights for All" ("Gleiches Recht für alle". Das Foto konnte inzwischen über 37.000 User begeistern.

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Bei ihrem Konzert in Moskau setzte die Band nun ein weiteres Zeichen gegen Homophobie: Während des ausverkauften Konzertes im Olympiastadion Luschniki, dem größten Fußballstadion des Landes, küssten sich die Bandmitglieder Richard Z. Kruspe und Paul Landers auf den Mund.

Auch diese Szene begeistert die Fan- und Internetgemeinde:

Das Foto des Kusses, das mit den Worten "Russland, wir lieben dich!" veröffentlicht wurde, gefiel bisher mehr als 239.000 Menschen. 

Das Statement gegen Homophobie setzt insbesondere in Polen und Russland ein starkes Zeichen.

Noch immer werden Schwule und Lesben in Polen öffentlichten Anfeindungen ausgesetzt. Erst Ende Juli wurde eine Gay-Pride-Parade in der polnischen Stadt Bialystok von Gewalt überschattet. Rechtsradikale und Hooligans überfielen die Teilnehmer der Parade und warfen mit Steinen, Böllern und Flaschen, wie der Spiegel berichtete.

Auch aus Russland werden immer wieder brutale Übergriffe auf Homosexuelle bekannt, die oft folgenlos bleiben. Menschenrechtsaktivisten beklagen seit Jahren die Behandlung der LGBTQ-Community in Russland.

Erst im März diesen Jahres hatte der Europarat dem großen Land Homophobie vorgeworfen. Wie der Spiegel berichtete, hatte der Europarat in einer öffentlichen Kritik die poltische und geistliche Führung Russland dafür gerügt, Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit Vorschub zu leisten.

Seit 2013 stellt ein umstrittenes Gesetz in Russland die "Propagierung" homosexueller Beziehungen gegenüber Kindern unter Strafe. Nach Angaben der Zeit, war Homosexualität bis 1993 in Russland sogar verboten. Bis 1999 stand gleichgeschlechtliche Liebe zudem auf der Liste der Geisteskrankheiten.

Prominente für LGBTQ-Rechte

Auch Elton John meldete sich kürzlich in einem offenen Brief gegen die Diffamierung Homosexueller zu Wort. Hintergrund war, dass in der russischen Version seines biografischen Films "Rocketman" schwule Liebesszenen herausgeschnitten und zensiert worden waren. 

Das Verhalten Russlands sei "ein trauriges Spiegelbild der gespaltenen Welt, in der wir noch immer leben." Es sei grausam, die Liebe zwischen zwei Menschen nicht zu akzeptieren, schrieb Elton John in Zusammenarbeit mit seiner Produktionsfirma. 

Rammstein, die sonst nur selten politische Äußerungen publik machen, gerieten zuletzt im Frühjahr mit ihrem Video zur Single "Deutschland" in die öffentliche Kritik. In ihrem Teaser waren die Bandmitglieder in KZ-Uniformen gekleidet und verursachten damit Empörung in der Öffentlichkeit.

Jedoch wurde schnell klar, dass sich die Band mit diesem Lied klar vom Nationalismus distanziere und es sich keinesfalls um Werbung für den Faschismus handle.

Im Video kannst Du Dir weitere Ausschnitte des Konzertes ansehen:

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