"Oh nein, ich war einen Moment lang nicht produktiv" - Diese hohen Ansprüche stellen Frauen an sich selbst

Okt 08, 2018 by apost team

Willst Du Dich manchmal einfach aufs Sofa setzen und Dir eine Pause gönnen, doch merkst dabei, dass es gar nicht so einfach ist, einfach nichts zu tun. Mit diesem Gefühl bist Du nicht allein, denn vielen Frauen geht es mit der Zeit so. Sie haben Angst, auch nur einen Augenblick unproduktiv zu sein. Viele Frauen haben sofort ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich nur eine Sekunde Ruhe gönnen - sofern sie das überhaupt mal tun...

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Es ist Sonntag, kurz nach halb zehn in Deutschland. Gerade habe ich den Frühstückstisch abgeräumt und den Kindern beim Anziehen geholfen. Auch zähneputzen und frisieren stand an der Tagesordnung. Tachengeldiskussionen wurden erfolgreich geführt und auch die Wohnung ist bereits gesaugt.

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Doch warte - vor ein paar Jahren habe ich um diese Uhrzeit überhaupt nichts getan! iStock.com/GeorgeRudy

Falls ich doch etwas getan habe, dann den Rausch von Samstagnacht ausschlafen. Ich habe einfach nichts getan und fühlte mich dabei pudelwohl. Ich war einfach tatenlos. Heute unvorstellbar. Das Wort "tatenlos" hat mein Gehirn wohl aus meinem aktiven Sprachgebrauch verbannt.

Sind es einfach die 30er? 

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Das Talent, einfach nichts mehr zu tun, ist mir wohl schlichtweg abhandengekommen. Ich werde unruhig, wenn ich drei Folgen auf Netflix am Stück schaue, und beginne dabei wenigstens die Wäsche zusammen zulegen. Mittlerweile lässt sich wohl, dass ich einfach rastlos bin. Es lässt sich nicht mehr leugnen!

Überall schweben Dinge herum, die es noch zu erledigen gilt. In den 30ern ist Erholung wohl eher eine Seltenheit. Frau zu sein und dabei nicht ständig produktiv zu sein, lässt sich mit zunehmendem Alter nur noch schwer kombinieren.

Während mein Mann nach der Arbeit gechillt auf dem Sofa sitzt, wühle ich noch voller Tatendrang durch meinen Schreibtisch. Auch sonntags bleibt die Arbeit nicht aus.

Wir tragen nicht für alles die Verantwortung

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Auf der Welt gibt es mehr zu erledigen, als ein Mensch allein stemmen könnte. Selbst wenn alles sauber wäre und jeder genau das hätte, was er braucht, würden sich noch immer so viele Aufgaben finden lassen. Vor allem Mütter aber auch Frauen generell haben stets das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein (natürlich auch für den Weltfrieden). Aus diesem Grund haben Frauen selten das Gefühl, wirklich fertig zu sein.

Es werden sogar Entspannungszeiten als To-Dos geplant. Ein wirklich raffinierter Trick, um sich selbst auszutricksen!

Hohe Ansprüche an sich selbst

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Zu wenig Zeit für sich selbst zu haben ist nicht der Ursprung des Problems - es stellt lediglich ein Symptom dar. Das eigentliche Problem sind die Ansprüche an uns selbst, die wir täglich auf uns nehmen. Meistens wollen wir einfach zu viel. Karriere, Kinder und Partner rund um die Uhr beglücken und nebenbei schlichtweg noch die Welt retten.

Letztendlich hastet Frau nur noch von einer Aufgabe zur nächsten und vergisst dabei, einfach mal abzuschalten. Wir haben schlichtweg keine Zeit mehr für irgendwas, da wir stets damit beschäftigt sind, jene Aufgaben zu erledigen, die wir uns selbst auferlegt haben.

Wieso erlaubst Du es Dir nicht einfach mal wieder Ruhe?

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Wie wäre es mal mit innerer Erlaubnis? Der Trick dabei ist, sich selbst zu erlauben, auch mal frei zu haben. Und das ohne schlechtes Gewissen.

Beispiel: Als Kind haben wir heimlich Schokolade gegessen und hatten sofort ein schlechtes Gewissen. Mit Erlaubnis war das deutlich einfacher.

Letztendlich tragen wir die Verantwortung selbst für uns und die Macht, uns selbst die Erlaubnis zu geben, liegt ebenfalls bei uns. Also warum erlaubst Du Dir selbst nicht die Dinge, die Dir selbst guttun? Es liegt in Deiner Hand. Nimm Dein Wohlergehen wieder in selbst in die Hand.

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