Normaler Temperaturanstieg? Forscher widersprechen Argument von Klimawandel-Leugnern

Jul 25, 2019 by apost team

Leugner des Klimawandels argumentieren häufig damit, dass sich das Klima auf der Erde schon immer verändert habe und die aktuellen Temperaturen ganz normal seien. Wissenschaftler aus Bern konnten nun nachweisen, wieso die Skeptiker mit dieser Behauptung falsch liegen.

istockphoto.com/SeppFriedhuber

Wissenschaftlern aus Bern ist es nun gelungen, eines der gängigsten Argumente von Klimawandelleugnern zu entkräften:

Das Klima unterlag schon immer normalen Schwankungen, argumentieren die Gegner der Kimakrise gerne. Die aktuellen Veränderungen seien damit nur eine natürliche Erscheinung und nicht etwa ein menschengemachtes Problem. Kritiker verweisen hierfür gerne auf die Kleine Eiszeit oder Mittelalterliche Warmzeit.

Doch ganz so einfach ist es nicht.

apost.com

istockphotos.com/Xurzon

Raphael Neukom von der Universität Bern und weitere Wissenschaftler konnten nun in einer aktuellen Forschungsarbeit dieses Argument stark widerlegen: 

Zwar entwickelten sich Warm- und Kaltzeiten auch in der vergangenen zwei Jahrtausenden immer mal wieder, jedoch nie auf der ganzen Welt gleichzeitig. Dies sei ein entscheidender Unterschied zwischen einer natürlichen Klimaveränderungen und dem vom Menschen herbeigeführten Klimawandel.

istockphoto.com/cinoby

Für ihre Studie werteten die Forscher Daten des sogenannten Pages-2k-Netzwerkes aus, das wichtige Klimainformationen der letzten 2000 Jahre beinhaltet. Daten über frühere Temperaturverhältnisse in der Luft wurden anhand von Untersuchungen von Baumstämmen durchgeführt. Durch die Dicke und Dichte des Holzes lassen sich demnach Schlüsse auf frühere Temperaturen ziehen. Langsam wachsende Korallenstücke geben zudem Hinweise auf veränderte Wassertemperaturen.

Abgesehen vom Temperaturanstieg der letzten 150 Jahren konnten die Forscher keine Beweise für kalte oder warme Phasen finden, die den gesamten Globus betrafen. Auch weitere Studien kamen zu diesem Ergebnis.

Aktueller Temperaturanstieg auf 98% der Erde

istockphotos.com/Nikada

Die Kleine Eiszeit, eine Periode von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert, veränderte über die Jahrhunderte hinweg die Temperaturen der Erde – jedoch nur nach und nach und in jeweils einzelnen Regionen.

Im 15. Jahrhundert hätten die tiefsten Temperaturen beispielsweise im Zentral- und Ostpazifik geherrscht, während zwei Jahrhunderte später die kühlen Temperaturen insbesondere Nordwesteuropa und das südöstliche Nordamerika betrafen. Im 19. Jahrhundert war das kühle Klima wiederum in anderen Regionen der Erde zu spüren.

istockphoto.com/Grafissimo

"Im Gegensatz dazu sehen wir, dass die wärmste Periode der vergangenen zwei Jahrtausende, in der wir uns gerade befinden, auf 98 Prozent der Erde stattfindet", lautet das erschreckende Ergebnis der aktuellen Studie. 

Dies sei ein starker Hinweis darauf, dass der vom Menschen verursachte Temperaturanstieg ein weltweites Problem sei. Die absoluten Temperaturen sowie die räumliche Ausbreitung seien beispiellos.

Da Jahresringe langsame Veränderungen des Klimas nicht immer zuverlässig darstellen können, sei es manchmal nicht einfach, alte Kalt- und Warmphasen miteinander zu vergleichen, so der Kommentar von Scott George der Universität Minnesota auf die Studienergebnisse.

istockphoto.com/pigphoto

Trotzdem sei das Ergebnis besorgniserregend: "Selbst, wenn wir bis in die frühen Tage der Römischen Kaiserzeit zurückgehen, lässt sich kein Ereignis finden, das in Grad oder Ausmaß dem globalen Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht", so George in seinem Kommentar.

Es ließe sich klar nachweisen, dass sich der heutige Klimawandel von früheren Veränderungen unterscheide. So betont der Forscher ebenfalls, dass das nahezu globale Ausmaß der anhaltenden Erwärmung in den 2000 Jahren tatsächlich beispiellos sei.

Was sagst Du zu den aktuellen Forschungsergebnissen zum Klimawandel? Kannst Du die Argumente der Klimawandel-Leugner nachvollziehen? Wir sind auf Deine Meinung gespannt! Vergiss nicht, dieses wichtige Thema auch Deinen Freunden zu zeigen, um mit ihnen darüber zu diskutieren.