Nachnamen sind mit Identität verbunden - warum sollten sie beim Heiraten abgegeben werden?

Okt 04, 2018 by apost team

Das Bürgerliche Gesetzbuch §1355 ist zuständig für die Namensführung in der Ehe.

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Endlich ist es so weit. Du hast den Mann Deiner Träume gefunden und es soll geheiratet werden. Ihr seid euch einig wo die Hochzeit stattfindet, wer eingeladen wird und ihr schwebt im siebten Himmel. Nur eine Kleinigkeit fehlt noch.

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Welchen Ehenamen solltet ihr wählen?

Seit 1976 gibt es die Möglichkeit, dass einfach jeder Ehepartner seinen Namen behält. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn ein gemeinsamer Name hat natürlich auch was mit Tradition zu tun. Man zeigt durch den gemeinsamen Namen - die zwei gehören zusammen. Daher ist es kein Wunder, das nur 20% der Frauen nach der Heirat ihren Nachnamen behalten. Da kann auch noch so viel über Emanzipation und Gleichberechtigung gesprochen werden.

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Trotzdem ist es erstaunlich. Du läufst seit 25 oder 30 Jahren mit Deinem Nachnamen rum, er ist Teil Deiner Identität. Und bei Heirat wird er abgestreift wie ein alter Schuh. Vom Gesetz her könnte ja auch der Ehemann den Nachnamen der Frau annehmen. Aber das ist in der Realität die Ausnahme.

Warum ist es fast immer sein Nachname?

Eine gute Frage. Da kann man noch so emanzipiert sein. Es sind halt Traditionen. Die Mutter, Großmutter, Ur-Großmutter, alle haben ja den Namen ihres Mannes angenommen. Da wird es ja beinah schon erwartet. Noch immer schütteln andere, leicht irritiert, den Kopf wenn der Mann auf einmal einen anderen Namen trägt. Viele Menschen können das so gar nicht verstehen. Wenn beide ihren eigenen Nachnamen behalten, löst das auch Irritationen aus. Wie werden dann wohl die Kinder heißen. Das ist allerdings schon eine Überlegung, bei getrennten Ehenamen wert.

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Ein gemeinsamer Nachname signalisiert nach außen ja auch so etwas wie Zusammengehörigkeit. Dies kann aber auch der Nachname der Frau sein. Auch Doppelnamen sind selbstverständlich möglich. Wenn die Namen kurz sind ist das eine prima Sache. Wenn allerdings der Mann Piepenbrock und die Frau Lipolski heißt, kann es zum Zungenbrecher werden.

Frauen die ihren Namen "beruflich" brauchen, behalten ihn auch nach der Hochzeit bei. Das sind beispielsweise Künstler, die sich unter ihren Namen einen Namen gemacht haben. Aber auch Ärztinnen, Rechtsanwältinnen und andere selbstständige Berufsgruppen. Diese Frauen möchten von ihren Kunden weiterhin sofort an ihren Namen erkannt werden.

Allerdings wurde doch auch die Verkäuferin ihr ganzes bisheriges Leben mit ihren Namen angesprochen. Warum gibt sie ihn nun so einfach auf? Das ist sicher auch die Erwartungshaltung von außen. Auch im 21. Jahrhundert gibt es diese Erwartungshaltung. Frauen emanzipieren sich in allen Bereichen. Es wird darum gekämpft, die gleichen Löhne wie der Mann zu erhalten.

Die moderne Frau möchte nicht mehr das hilflose Püppchen spielen, was keine Tür selber öffnen kann. Sie studiert, ist erfolgreich im Beruf, managt perfekt den familiären Bereich - aber bei der Namenswahl fällt sie klaglos zurück in die 60er Jahre.

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Dadurch, dass die Frau den Namen des Mannes annimmt, gehört sie praktisch zur neuen Familie. Das kann natürlich auch ein Gedanke sein. Wer will es sich schon gleich mit der Schwiegermutter verderben. Gerade die ältere Generation ist, in den meisten Fällen, doch sehr traditionsbewusst. Ihr Sohn will seinen schönen Namen hergeben und den Namen der Frau annehmen? Ja was sollen denn da die Leute denken. Klar in der Ehe hat wohl die Frau die Hosen an. So oder ähnliche Gedanken kommen da hoch. Im umgekehrten Fall, Frau nimmt Nachnamen des Mannes an, denkt sich keiner was dabei. Das ist "normal" und wird ohne es zu hinterfragen akzeptiert.

Es ist zu hoffen, dass hier bald ein Umdenken stattfindet und weniger Frauen ihre Identität nach der Hochzeit aufgeben. Vor allen sollte diese Entscheidung jeder Frau selbst überlassen sein.

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