Eine Lehrerin erzählt: "Viele Eltern halten ihr Kind für hochbegabt, obwohl es das nicht ist"
Nov 13, 2018 by apost team
Sie wird kritisiert, bevormundet und sogar als "unfähig" bezeichnet. Aus einem einfachen Grund: Sie ist auch nur ein normaler Mensch, auch wenn von ihr als Lehrerin inständig Perfektion in allen Bereichen abverlangt wird. Lehrerin Dorothea H. berichtet...
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Wer den Job eines Lehrers oder einer Lehrerin ausübt, kann es wohl am besten nachvollziehen. Oftmals hagelt es mehr Kritik als Lob. Ganz besonders von Seiten der überforderten Eltern, welche die volle Verantwortung für ihre Schützlinge gerne einmal von sich schieben und beinahe vollständig den verantwortlichen Lehrkräften übertragen.
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Es ist ganz klar: Als Lehrer übernimmt man einen wesentlichen Part im Leben vieler Kinder. Man vermittelt nicht nur Wissen und Bildung fürs Leben, sondern trägt auch sozial eine gewisse Verantwortung. Aber der Druck, welcher regelmäßig von diversen Seiten einströmt, sei es vom Chef, den Kollegen, oder den Eltern wird gerne unterschätzt.
Ganz besonders dann, wenn diverse Eltern ihr Kind für besonders intelligent und hochbegabt halten, was es im Grunde gar nicht ist. Zumindest nicht nach persönlicher Einschätzung von Lehrerin Dorothea H.
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Es liegt wohl bis zu einem gewissen Punkt in der elterlichen Natur, das eigene Kind in den Himmel zu loben und es nicht nur für das Liebste und Süßeste der ganzen Welt zu halten, sondern auch für das Begabteste.
Dem ist allerdings nicht immer so, zumindest nicht, wenn es nach der fachlich kompetenten Meinung der Lehrerin geht.
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Werden die Eltern dann verletzend, ist das wie ein Schlag ins Gesicht für Dorothea H. Man wirft ihr Inkompetenz vor, weil sie den Kindern angemessene Noten verteilt und sie "aus ihrer Sicht" fair beurteilt. Was sie durchaus tut. Sie versucht, jedem ihrer 23 Kinder so gerecht wie möglich zu werden, da sie viel Freude am Umgang mit ihnen in der Klasse empfindet. Es macht ihr Spaß sie zu fördern, mit ihnen zu lernen und natürlich gehören auch kleine Streitigkeiten zur normalen Tagesordnung dazu. All das ist nur menschlich.
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Leider verlangen die Eltern gleichzeitig viel mehr Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen. Nicht nur im Bereich des Lernens, sondern auch im sozialen Bereich.
Doch ergreift man als Lehrer tatsächlich die Initiative und gibt beispielsweise persönliche Ratschläge, sind sie wiederum sofort beleidigt und wissen es ohnehin besser. Es kann ja schließlich nur der Lehrer daran Schuld tragen, sie selbst sind ja selbstverständlich vollkommen fehlerlos...
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Vielen Kollegen geht es ähnlich. Teilweise müssen sie vor gefürchteten Elternabenden voller Kritik und Anfeindungen schon zu Beruhigungsmitteln greifen oder kämpfen mit Magenschmerzen und Angst. Das kann Dorothea H. nicht begreifen. Warum kann man den Beruf des Lehrers nicht schätzen und unterstützen, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war?
Anstatt gegeneinander, sollte man miteinander arbeiten und sich nicht nur an allen Enden kritisieren und verschwören. Alleine schon den Kindern zuliebe. Wie sollen sie es denn auch in ihrer Zukunft besser machen können, wenn sie das regelmäßig mitkriegen? Da ist der nächste Streit der Generationen schon vorprogrammiert...
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Trotz allem liebt Dorothea H. ihren Beruf und wünscht sich für die Zukunft ein bisschen mehr Courage und weniger Anfeindungen von Seiten der Eltern. Denn schließlich sind Lehrer ja auch nur normale Menschen...
Glaubst du, dass Dein Kind in der Schule fair behandelt wird und sich wohlfühlt? Erzählt es regelmäßig erfreut über seinen Lieblingslehrer? Wäre doch schön, wenn man ihm das beim nächsten Elternabend mal offen ins Gesicht sagen könnte!
Kannst du den Bericht der Lehrerin nachvollziehen? Erzähle uns von Deinen Erfahrungen mit Lehrern und zeig den Beitrag auch Deinen Freunden!