Eine Frage des Alters - wieso mein Interesse an anderen Menschen abgenommen hat

Sep 21, 2018 by apost team

Geht es Dir auch so? Je älter Du wirst, desto weniger Neugier habe ich auf die anderen Menschen. Das Engagement für neue Kontakte nimmt ab, das Interesse an neuen Begegnungen erlahmt. Woran liegt das wohl ?

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Bereits um die 30 stellt man da größere Veränderungen fest, nicht nur an sich selbst, man spürt das auch bei Anderen. Andere Ideen, Lebenskonzepte, Meinungen und der Austausch darüber interessieren mich nicht mehr so wie früher. Oft empfinde ich sogar eine gewisse Genervtheit im Austausch mit meinen Mitmenschen und suche diesen immer weniger. Doch woran liegt das ?

Ich habe das für mich mal analysiert und habe besonders 4 verschiedene Lebensumstände ausgemacht, die diese Entwicklung für mich erklärbar machen.

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Ich trage jetzt mehr Verantwortung als früher

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In meiner späten Teenagerzeit und der ersten jungen Erwachsenenzeit rund um die Volljährigkeit wollte ich kein Social Event verpassen. Ich war neugierig auf andere Menschen, neue Begegnungen, neue Freundschaften und habe bewusst und aktiv Gelegenheiten gesucht und genutzt um neue Kontakte zu knüpfen. Das hat sich 10 Jahre später deutlich geändert. Statt von einem Event zum nächsten zu ziehen und einen großen Bekanntenkreis zu pflegen, reduziere ich meine meine privaten Freundschaften jetzt eher auf zwei bis drei enge Beziehungen.

Meine Lebensituation hat sich auch deutlich geändert. Früher hatte ich keine Verpflichtungen, keine größeren Sorgen und musste mein Leben noch nicht selbst gestalten und finanzieren. Heute stehen erst einmal die grundsätzlichen Verpflichtungen im Vordergrund - Miete, Essen, Verbindlichkeiten, Anforderungen im Job - all das geht jetzt erst einmal vor, die neue coole Trendbar und die szenigen Leute spielen keine große Rolle mehr und mein Interesse erlahmt mit jedem neuen Lebenjahr weiter. Wenn ich alle meine Aufgaben erledigt habe und dann an Freizeit denken kann, ist mir oft ein wenig Ruhe wichtiger als das Socializing auf irgendwelchen Events.

Mir fehlt die Zeit

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Das eigene Leben zu managen kostet Zeit - viel Zeit. Ist es dann für den Moment vollbracht, bleibt mir oft nur wenig Zeit für private Aktivitäten. Eine volle Arbeitswoche, der eigene Haushalt und die Familie, die mich vielfach fordert, nehmen den Großteil meiner Zeit in Anspruch. Bleibt dann noch etwas für mich übrig, habe ich heute andere Bedürfnisse. Entspannung, Sport oder ein gutes Buch bieten mir einen angenehmeren Ausgleich als eine Party in der Szene am Wochenende.

Mein Freizeitanspruch ist von "Aufregung suchend" auf "Entspannung und Erholung findend" umgeschwenkt. Am Wochenende schlafe ich lieber mal richtig aus, anstatt mich zum Brunchen zu verabreden. Auch habe ich keine Angst mehr, etwas zu verpassen.

Mir fehlt die unerschöpfliche Kraft

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Um die 30 bin ich nicht mehr von überschüssiger Energie geplagt. Lange Nächte bis in die frühen Morgenstunden, begleitet von den Lastern der Jugend - Alkohol und Zigaretten, stundenlange Problemgespräche über Liebeskummer und andere schwierige Lebenslagen - mir fehlt die Lust und die Kraft heute. Ich bin es müde, mich unablässig mit anderen über die Unzulänglichkeiten des Lebens auszutauschen und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die meisten Schwierigkeiten, denen man sich stellen muss, am besten auch mit sich selber ausmacht.

Irgendwie bin ich erwachsen geworden

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Ich fühle mich gefestigter in meinen Leben und habe erkannt, dass letztendlich die meisten anderen Menschen mit ähnlichen Themen beschäftigt sind wie ich und auch ihre Probleme nicht besser lösen als ich.
Ich muss es auch nicht mehr jedem recht machen und ich muss auch nicht jedermann gefallen heute. Ich suche keine neuen "Freunde" in den Social Media - Kanälen und auch in realen Begegnungen bringe ich nicht mehr so viel Energie auf, andere Menschen von mir zu überzeugen.

Auch bin ich heute viel selbständiger und erfahrener. Ich brauche weniger Hilfe von anderen Menschen und muss mich auch weniger an Anderen orientieren. Meine erwachsene Selbständigkeit gibt mir ein gutes Gefühl, sie macht mich unabhängiger und souveräner. Meine Lebenserfahrung und das erlernte Wissen um viele Dinge erlauben es mir, Schwierigkeiten selbst aus dem Weg zu räumen, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Diese Gewissheit macht mich selbstbewusster und ich fühle mich auch alleine gut dabei. Lange Nächte im Kreise guter Freunde, gute Gespräche über Gott und die Welt gibt es natürlich auch noch hin und wieder. Aber sie sind nicht mehr mein Lebenselixier.

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Wie ergeht es Dir? Kommt Dir das irgendwie bekannt vor? Ich stelle diese Entwicklung auch an anderen fest und es wäre doch sehr interessant zu erfahren, ob sich das mit Deinen Erfahrungen deckt! Zeig diesen Artikel auch Deinen Freunden und frage sie damit, ob es ihnen auch so geht!