Das erwartet Greta Thunberg in Amerika

Aug 02, 2019 by apost team

Mitte August wird Greta Thunberg nach Amerika segeln, um den Klimagipfel in New York besuchen zu können. Doch dort wird für sie nicht alles laufen wie gewohnt: Thunberg ist in Amerika kaum bekannt, zudem setzen die USA auf eine andere Klimapolitik als Europa. Wir erklären, warum auch Deutschland von dieser Strategie lernen kann und wieso sich die junge Schwedin nun auf eine andere Aufmerksamkeit einstellen muss.

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Fragt man Amerikaner nach den wichtigsten wirtschaftspolitischen Erwartungen an die Politik, wird die Antwort wahrscheinlich im gesamten Land "Jobs" lauten. Diese Forderung nimmt besonders zu, wenn man die Hauptstadt Washington, D.C. verlässt und weiter ins Innere des Landes zieht.

Die Sorgen und Nöte des großen Teils der Bevölkerung in den Staaten, weit weg vom Regierungssitz an der Ostküste, beziehen sich vor allem auf den Arbeitsmarkt und ein beständiges Beschäftigungsverhältnis. 

Fragen zu Klimawandel und Umweltschutz, die aktuell die restliche westliche Weltpolitik beschäftigen, stehen für den Großteil der amerikanischen Bevölkerung nicht im Mittelpunkt ihrer Diskussionen.

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Der Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt in den USA verdeutlicht, wieso der amtierende Präsident Donald Trump noch immer in vielen Teilen des Landes hoch gut punkten kann: Obwohl die Arbeitslosenquote im Juni von 3,6 auf 3,7 gestiegen ist, herrscht aktuell die geringste Beschäftigungslosigkeit seit einem halben Jahrhundert, so die Zahlen von Trading Economics.

Mit einem Wochengehalt von über 910 US-Dollar wurde zudem in diesem Sommer ein positiver Rekord gebrochen: Noch nie war das Medianeinkommen, das zeigt, wie viel die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten mindestens verdient, so hoch, so die Angaben der Welt.

Die USA erlebt zur Zeit einen Aufschwung ihrer Gesamtwirtschaft und hatte seit der Finanzmarktkrise vor zehn Jahren keine Rezession mehr.

Greta interessiert in den USA nicht

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Der lokale Arbeitsmarkt wird damit zum wichtigsten Thema in den USA. Interessant ist, wie sicher bestehende Jobverhältnisse sind und was sich damit verdienen lässt. Andere Länder interessieren eher dann, wenn sie den Amerikanischen Arbeitsmarkt gefährden können.

Genau deshalb kommen Trumps Drohungen so gut an: Er spricht sich offen gegen Einwanderer aus, die den Amerikanern vermeintlich die Jobs wegnehmen wollen und trifft damit ins Herz vieler Patrioten. Asylsuchende werden als gefährlich abgestempelt, als Trittbrettfahrer und Ausnutzer des Amerikanischen Staates.

Ein kleines Mädchen aus Schweden, dass der Welt etwas über eine bessere Klimapolitik erzählen möchte, interessiert hingegen kaum. 

Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaaktivistin, muss sich deshalb darauf einstellen, in den USA nicht die Aufmerksamkeit zu erhalten, die sie aktuell in Europa bekommt. Anders als in Washington oder New York, werden die Medien des Amerikanischen Mittleren Westens oder den Südstaaten wohl kaum ausführlich über ihre Ankunft berichten.

Ihre Bewegung, die sich durch verschiedene Aktionen für einen verbesserten Klimaschutz einsetzt und dabei auch den Ansatz von Verzicht und Umkehr verbreitet, widerspricht dem Amerikanischen Verständnis von Privatrecht. Möglicherweise sogar auf Kosten von Beschäftigungen für eine bessere Umwelt zu kämpfen – dieser Ansatz wird in den USA nur wenig Fans finden.

Die USA setzen bei dem Kampf gegen den Klimawandel auf eine andere Strategie:

Sie fordern Innovationen, neue Technologien und technischen Fortschritt, um die Erderwärmung zu stoppen und umweltfreundliche Alternativen zu finden. Donald Trump findet mit seiner Kritik an der globalen Klimapolitik deshalb große Unterstützung innerhalb seines Landes.

Insbesondere in den urbanen Regionen der USA, im Inneren des Landes, finden neue Technologien schnell ihren Weg in den Alltag großer Unternehmen. Digitalisierung und Datenökonomie, künstliche Intelligenz und Algorithmen – all dies wird für den Kampf für eine gesteigerte Produktivität eingesetzt, die auch der Umwelt helfen könnte.

Der Mittelstand wird zum Antreiber der Produktivität. Landwirtschaft und Industrie profitieren beide von den neuen Technologien. 

Doch nicht Verzicht oder moralische Vorgaben sollen für eine bessere Zukunft sorgen, sondern neue, smarte Lösungen. Ökonomische Entscheidungen innerhalb der Betriebe, die für Motivation, Antrieb und vor allem Profit sorgen, werden gefördert und sollen nebenbei das Ziel einer klimagerechte Zukunft erreichen.

Es wird sich zeigen, welche Strategie erfolgreich sein wird: Die moralisch-ethische Überzeugung von Verzicht einer Greta Thunberg oder die innovativen Technologien der USA, die den Jobmarkt im Fokus der Überlegungen behalten.

Die Sicht auf eine ökonomische Zukunft, die auf neue Innovationen und Märkte für Technologien setzt, könnte vielleicht sogar in Europa und Deutschland funktionieren.

Klar ist jedoch, dass zumindest aktuell in Amerika nur jemand eine Chance bei der Bevölkerung hat, der auch die ökonomischen Ziele im Hinterkopf behält.

Für die jungen Klimaaktivisten bedeutet das, dass ihre Symbolfigur Greta Thunberg jedoch bei ihrem Amerikabesuch im August nicht nur auf Desinteresse, sondern zunächst auch noch af Unverständnis stoßen könnte.

Interessierst Du Dich für die internationale Klimapolitik? Bist Du ein Fan von Greta Thunberg oder würdest Du eher die Meinung vieler Amerikaner teilen? Wir sind auf Deine Einschätzung gespannt! Zeige diesen Beitrag auch Deinen Freunden und redet gemeinsam über das spannende Thema.