Bremen: Kaufhaus erlaubt Hilfsbedürftigen, Essen aus ihren Mülleimern zu nehmen

by apost team

Bedürftige haben keine Lobby. Für sie ist es sehr schwierig, Lebensmittel zu erhalten. Das Geld reicht oft nicht, um sich das Lebensnotwendige zu kaufen. Deshalb suchen sie nach Geschäftsschluss in den Mülleimern und Containern der Lebensmittelgeschäfte nach verwertbaren Nahrungsmitteln. Doch das ist verboten!

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In unserer Konsumgesellschaft wird der Verkauf von Waren besonders unterstützt und geschützt. Damit niemand einen Vorteil gegenüber anderen Händlern hat, legen Gesetze fest, was im Handel erlaubt und was verboten ist.

Wenn ein Händler seine Waren kostenlos zugänglich macht, könnten andere Geschäfte einen geringeren Umsatz machen. Wer kauft schon eine Ware, die er an anderer Stelle umsonst erhält!

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Deshalb dürfen Container und Mülleimer der Lebensmittelgeschäfte nicht für Betriebsfremde zugänglich sein. Es ist illegal und strafbar, die weggeworfenen Lebensmittel aus dem Container zu holen.

Die Leidtragenden sind die Menschen, denen es ohnehin schon schlecht geht. Ihr Versuch, ihren Hunger zu stillen, wird als Straftat gewertet. Wer Lebensmittel aus dem Container oder Mülleimer holt, macht sich strafbar und kann angezeigt werden.

Der Schutz des Handels wird höher gewertet als das Wohlergehen von Menschen: Bisher lehnt die Politik eine Änderung der entsprechenden Gesetze ab.

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Tag für Tag werfen die Lebensmittelhändler Nahrungsmittel weg, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, die unansehnlich geworden sind oder die nicht mehr dem Geschmack der Kunden entsprechen.

Dazu gehören Salat und Gemüse mit welken Blättern, Schalen mit Obst und Gemüse, bei denen eine Frucht gedrückt oder verletzt ist und andere fehlerhafte Ware.

Nach Geschäftsschluss, wenn niemand mehr auf dem Gelände des Geschäfts ist, kommen die hungernden Menschen und holen die verwertbaren Lebensmittel aus den Containern, was heute als containern bezeichnet wird. Dabei sitzt ihnen die Angst im Nacken, erwischt und angezeigt zu werden. Doch die Not ist groß.

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Wie die Leipziger Volkszeitung jetzt berichtete, geht ein Kaufhaus aus Bremen den umgekehrten Weg und erlaubt allen Bedürftigen das Containern.

Der Betreiber des Lestra-Kaufhauses in Bremen hat Mitgefühl für die Betroffenen. Der Geschäftsführer Cornelius Strangemann weiß, dass die Bedürftigen ohnehin keine Kunden sind – weder bei ihm noch in anderen Geschäften.

Deshalb hat der auf seinen Containern Schilder angebracht, die Betroffene darüber informieren, dass sie nicht angezeigt werden. Außerdem gibt er Tipps für den Umgang mit Waren aus dem Container.

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Er plant, die aussortierte Ware auf Ablageflächen zu legen, damit Lebensmittelretter und Bedürftige sie leichter erreichen. Sein Wunsch ist es, dass bedürftige Menschen nicht erst nach Ladenschluss kommen. Sie sollen sich schon tagsüber bedienen können.

Das ist einmalig in Deutschland. Respekt für diesen couragierten Mann. Er tut aktiv etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Und er gibt den Bedürftigen ihre Würde wieder.

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