Als Mutter hat man immer Schuld
Sep 10, 2018 by apost team
Wer hat den Spruch bisher noch nicht von übergestressten Müttern gehört - Sie geben so viel zurück? Und schon höre ich die leise Stimme in meinem Kopf: "Ja, Bonbonpapier, dreckige Wäsche, schlechte Noten..." Versteht mich nicht falsch, natürlich weiß ich, dass dies nicht an jedem einzelnen Tag der Fall ist. Jedoch habe ich das Gefühl, dass es an 363 Tagen der Fall ist. Meist wird die Wäsche nachlässig auf den Boden geworfen und man kann das zwischen den dreckigen und den benutzen Sachen auf dem Fußboden versuchen zu unterscheiden, welche Kleidung bereits getragen ist und welche zurück in den Schrank kann.
Steht man stundenlang am Herd und versucht einigermaßen gesund und ausgewogen zu kochen, wird das vorhandene Essen nur mit einem argwöhnischen Blick gewürdigt und mit der Frage belohnt, wann es denn endlich wieder Nudeln, Pommes oder Pizza gibt. Oder wenn ich gerade mit dem putzen fertig bin und die Männer mit ihren dreckigen Schuhen, durch die frisch gewischte Wohnung rennen, weil sie noch etwas vergessen haben.
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Der Einsatz als Mutter setzt somit viel Geduld und Aufopferungsbereitschaft voraus. Und egal was man tut, man macht es ja sowieso verkehrt und ist immer der Arsch. Oft möchte man dann nur mit dem Kopf auf die Tischplatte schlagen und laut schreiend fragen, wieso man sich das eigentlich alles antut. 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.
Und das ist nicht der einzige Punkt, an dem man oft verzweifeln möchte. Kritik kommt ja nicht nur lediglich von Nachwuchs, nein. Auch von den Lehrern, eigenen Eltern und erst recht vom eigenen Ehemann. Alle scheinen es besser zu wissen und geben wertvolle Tipps, die sich ja schon jahrelang bewährt haben. Aber wenn man doch sowieso immer alles falsch macht und es sowieso keinem Recht machen kann - wieso versucht man es dann immer und immer wieder? Warum muss man denn immer überkorrekt und perfektionistisch sein? Wieso kann man sich denn nicht mal ein wenig Entspannen und herunterfahren? Meine Kinder liebe ich doch auch, obwohl sie nicht perfekt sind. Wieso erwarte ich dann von mir selbst die Perfektion? Warum mache ich denn dann nicht einfach mal, was ich möchte?
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Also koche ich an dem Abend eine Reispfanne, so wie ich sie mag. Verdonnere anschließend die Kinder den Geschirrspüler auszuräumen und Wäsche aufzuhängen. Und zur Krönung habe ich hoch Fernsehverbot verhangen. Und was war? Kein großes Meckern, eher die Frage, ob man mal das Essen auf meinem Teller probieren darf. Und kein anschließendes Meckern, sondern ein "Mama, das schmeckt aber lecker. Danke, dass du für uns gekocht hast". Als mein Mann nach Hause kam, teilte ich ihm mit, dass ich in die Kneipe mit einer Freundin gehe. Und auch da, ein kurzes Hallo und kein Murren.
Ich hatte lange nicht mehr so einen entspannten Abend bei fünf Gläsern Wein und tollen Gesprächen. Dies rächte sich jedoch mit Kopfschmerzen am nächsten Tag. Also befahl ich meinem Mann die Kinder in den Kindergarten zu bringen. Und auch da - keine große Beschwerde. Also genoss ich den Tag für mich und lies auch mal die Wäsche links liegen. Ab da nahm ich mir vor, mir jede Woche so einen Tag zu gönnen und nicht mehr der persönliche Haussklave von allen zu sein - es funktioniert ja auch so! Somit ist man als Mutter nicht immer der Arsch, wenn man auch bereit ist, diese Rolle mal abzugeben.
Erkennst Du Dich darin wieder? Bist auch Du eine dauergestresste Mutter? Verlasse diese Rolle und schau Dir an, was passiert! Zeige diesen Artikel auch Deinen Freundinnen, damit auch sie den Mut aufbringen, "Nein" zu sagen und mehr an sich denken!