50 Euro Eintrittsgebühr für die Notaufnahme – Das fordert die Kassenärztliche Vereinigung

Wer schon einmal in die Notaufnahme musste, wird es kennen: Das Wartezimmer ist voll und die Wartezeit extrem lang. Um das zu Vermeiden, hat die kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen nun eine drastische Maßnahme vorgeschlagen.

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Wenn Du an die Notaufnahme denkst, dann fallen dir vermutlich sofort Dinge wie Schlaganfall, Herzinfarkt und andere Beschwerden ein, bei denen ein schnelles Handeln dringend erforderlich ist. Doch schon lange sind Personen mit solchen akuten Beschwerden nicht mehr die Mehrheit, die die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufsuchen. Kinder mit Erkältungen, Patienten mit einem schon seit Wochen schmerzenden Arm und ähnliche Dinge sind zwar behandlungsbedürftig, aber kein Fall für die Notaufnahme. Dennoch finden sich tagtäglich Patienten mit ebensolchen Beschwerden in den ambulanten Diensten der Krankenhäuser ein.

Um die Wartezeit für echte Notfälle zu verringern und das Personal zu entlasten, gibt es eine sehr drastische Forderung der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. Sie verlangt, dass Patienten eine Art Eintrittsgebühr von 50 Euro bezahlen müssen, wenn sie in der Notaufnahme eine Behandlung verlangen.

Der Großteil der Kinder ist kein Notfall

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Krankenkassen schätzen, dass pro Jahr ca. 20 Millionen Menschen in ganz Deutschland eine Notfallambulanz aufsuchen. Bei 82 Millionen Einwohnern ist das eine enorme Zahl. Der Vorstand der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen sieht mit dieser drastischen Methode die Chance, den großen Strom an Patienten besser in den Griff zu bekommen. Das berichtet die Hamburger Allgemeine. Darüber hinaus bezeichnet die Vereinigung die Notfallambulanzen als „Achillesferse der Versorgung“.

Besonders zu besorgte Eltern tragen zu den extremen Zuständen in den Notaufnahmen bei. Sie neigen dazu, das Krankenhaus mit ihren Kindern bei jedem Wehwehchen aufzusuchen, auch dann, wenn es absolut harmlos ist. Auch andere Verbände sprechen sich dafür aus, dass Patienten zukünftig eine Eintritt zur Notaufnahme bezahlen müssen.

Doch was passiert mit den echten Notfällen? Nicht jeder, der in die Notaufnahme kommt, hätte auch einen gewöhnlichen Arzt aufsuchen können. Die Idee ist, dass ein Arzt vor Ort die Dringlichkeit der Beschwerden prüft. Patienten mit wirklichen Notfällen sollen dann von der Gebühr befreit werden.

Große Kritik von Seiten der Politik

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Laut Hamburger Allgemeine lehnt die Politik es vorerst ab, von Patienten eine Eintrittsgebühr zu verlangen. Zwar würde die Gebühr natürlich dafür sorgen, dass deutlich weniger Patienten in die Notfallaufnahmen kommen. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert. Besonders Patienten mit einer schlechten finanziellen Situation könnten den Gang zur Notfallambulanz meiden, aus Angst, dass sie für ihre Beschwerden zahlen müssen.

Das könnte dafür sorgen, dass auch Patienten mit echten Notfällen zu Hause bleiben. Darüber hinaus merkt der Sozialverband Deutschland an, dass das Problem an anderer Stelle bekämpft werden müsse. Nicht selten kommen auch Menschen in die Notaufnahme, die dringend einen Termin bei einem Facharzt benötigen, die Ärzte aber maßlos überlaufen sind. Das trifft besonders Personen, die in ländlichen Gegenden wohnen, in denen es nur wenige Praxen gibt.

Welche Erfahrungen hast Du in der Notaufnahme gemacht? Wie stehst Du zur „Eintrittskarte in die Notaufnahme“? Diskutiere das Thema doch mit Deinen Freunden, zeig ihen den Artikel, wir sind auf eure Meinungen gespannt.