Mütter, die arbeiten – am liebsten wäre ich ein Oktopus

Aug 24, 2018

Zahlreiche Frauen platzieren sich heutzutage zwischen den fünfziger Jahren und dem heutigen Feminismus. Geht dieses Konzept tatsächlich auf? Eine Mutter kann nur dann Mutter sein, den Haushalt schmeißen und auch arbeiten, wenn sie tatsächlich die Fertigkeiten eines Oktopus hat.

Den Terminkalender schaukeln

istockphotos.com/SeventyFour

Oft ist es für eine arbeitende Mutter schwierig, alles im Terminkalender unterzubringen. Bereits der Morgen fängt mit Stress an. Einerseits muss gebügelt werden, andererseits gilt es, sich mit dem Trotz alter einer Fünfjährigen auseinander zusetzen. Nebenbei gibt es noch einen dreijährigen kleinen Sohn mit einer Schnupfennase und eine 14 jährige Teenagertochter, die sich leicht bekleidet zur Schule schummeln möchte. Dann geht vielleicht auch noch der Schlüsselbund verloren und es ist kein Parkplatz vor der Kita frei.

apost.com

Die Rolle des Mannes

istockphotos.com/gradyreese

Was die Unterstützung des männlichen Partners betrifft, so kommt dieser meist nicht vor 18:00 Uhr nach Hause. So ist es jeden Tag. Der Arbeitgeber legt diese Zeiten fix fest. Besonders Beamte haben wenig Spielraum. Muss das wirklich so sein? Während der Mann seine tägliche Arbeit von Montag bis Freitag von früh morgens um sieben bis 18:00 Uhr verrichtet, liegt es an der Mutter, zu duschen, sich die Haare zu waschen und sich gleichzeitig auch noch um das Kleinkind zu kümmern, das nicht in die Kita will.

Für zusätzliche Körperpflege, wie zum Beispiel eine Haarspülung bleibt hier keine Zeit. Hat es der Mann wirklich leichter? Er kauft sich in Ruhe eine Tasse Kaffee und liest die Zeitung in der U-Bahn. Muss der Mann genauso hetzen wie die Mutter? Immerhin hat der Vater meist keine Ahnung, welche modischen Fehlgriffe die Tochter zu Hause begeht und womit sich die Mutter auseinandersetzen muss.

Wie sieht es mit der Gleichberechtigung aus?

istockphotos.com/evgenyatamanenko

Eine fortschrittliche Familie im Alltag legt normalerweise größten Wert auf Gleichberechtigung. Sollte der Mann dann mehr können, als nur die Waschmaschine zu bedienen? Oft geht das Konzept der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in Familien nicht auf. Der Knick in der Karriere der Mutter sind einerseits der Mutterschutz, andererseits die Stillzeit. Diese Zeit gilt es für die Frau aufzuholen. Für viele Frauen stellt sich die Frage, ob sie überhaupt so viel von der Familie weg sein wollen, wenn es um die Karriere um die Familie geht.

Es kommt nicht selten vor, dass Väter ihre Kinder wegen der Arbeit bis zu zwei Tage am Stück nicht sehen. Ist es wirklich so schwierig, in der Firma auf Familienfreundlichkeit zu stoßen, wenn der Ehemann einmal darum bittet, früher zu gehen? Wenn ohnehin die Frau zu Hause ist, sieht es mit einer Zusage seitens des Arbeitgebers oft schlecht aus. Geht es oft nicht eher um die persönliche Beziehung zu den Kindern, anstatt um eine lückenlose Betreuung? Das scheint bei vielen nicht anzukommen.

Die Mutter und die Arbeit

istockphotos.com/ AleksandarNakic

Mittlerweile gibt es viele Betriebe, die sich auf arbeitende Mütter spezialisiert haben. Es ist möglich, die Kinder mit an den Arbeitsplatz bringen oder zu Hause zu arbeiten. Währenddessen sind die Arbeitszeiten flexibel. Das macht den Alltag einer Mutter einfacher. Meist ist es aber so, dass der eigene Anspruch der Mutter die tatsächlichen Optionen um ein Vielfaches übersteigt. Meetings müssen oft früher verlassen werden, weil die Mutter dafür verantwortlich ist, die Kinder aus der Kita zu holen.

Auch die Untersuchungen der Kleinen sind wichtig und regelmäßig zu absolvieren. Deshalb kommt eine Mutter oft in der Arbeit etwas später. Zwischendurch gilt es, aufgeschlagene Knie zu verarzten. Die Zeitfenster sind eng und die Politik ist ungerecht, sowie auch die meisten Kita Öffnungszeiten. Aber ist nicht jede Mutter selbst ihr größter Feind?

Was ist mit der Liebe?

istockphotos.com/Geber86

Auch in punkto Liebe wird die Mutter meist ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Oft regnet es Vorwürfe oder Beschuldigungen. Müssen die Kinder tatsächlich immer funktionieren, damit alles glatt läuft? Darf man miteinander respektlos umgehen, nur weil es die Zeitnot erfordert? Mütter fühlen sich oft furchtbar und zerrissen. Trotzdem sind sie auch nur Menschen.

Wenn sich Monster unterm Bett befinden, sind Mütter die ersten, die nachschauen dürfen. Die Wäsche wird grundsätzlich erst um Mitternacht aufgehängt, denn immerhin muss der Lieblingspullover am nächsten Tag vorhanden sein. Es fehlt noch, die Präsentation für den morgigen Tag fertig zu machen. Mütter müssen funktionieren, um immer ansprechbar zu sein

Die Zukunft der eigenen Kinder

istockphotos.com/SolStock

In der heutigen Generation ist es leider Trend, alles nur halb zu erledigen und irgendwo dazwischen zu sein. Das bedeutet nicht nur zwischen neuen und alten Rollen, sondern auch zwischen zwei Stühlen oder zwischen zwei Zeiten. Ob die Arbeitswelt mit der Politik übereinstimmt, mag dahingestellt sein. Auch das eigene Rollenverständnis ist zu hinterfragen.

Reicht es, sich zu bemühen? Geht vielleicht die Gleichberechtigung wirklich auf Kosten der Familie? Eventuell arbeitet eine Mutter in Teilzeit oft wesentlich effizienter, als eine Vollzeitkraft. Das liegt an der Effizienz, denn es ist einfach nicht genug Zeit für andere Dinge. Trotzdem wird das Gehalt nur zur Hälfte ausbezahlt.

Eine wirkliche Lösung scheint es nicht zu geben. Wie sieht es mit den Töchtern und Söhnen der Zukunft aus? Werden diese auch so viele Baustellen in ihren Köpfen haben? Oft meint man, man müsse acht Arme haben, wie ein Oktopus. Tintenfische haben es leichter. Zeig diesen Artikeln allen Eltern, die Du kennst, entweder um Dich mit ihnen auszutauschen, oder sie auf das Problem aufmerksam zu machen!