Die traurige Abwärtsspirale von Kristin Nelson, der verstorbenen Schwester von NCIS-Schauspieler Mark Harmon

Jan 24, 2022

Der Schauspieler Mark Harmon ist seit über 50 Jahren eine feste Größe im Fernsehen. Am bekanntesten ist er für seine Rolle als Special Agent Leroy Jethro Gibbs in "NCIS" – die er 18 komplette Staffeln lang spielte –, doch er war auch in vielen anderen beliebten Fernsehserien zu sehen. Dazu gehören "The West Wing", "Chefarzt Dr. Westphall" und "JAG", wo seine "NCIS"-Figur ursprünglich eingeführt wurde.

Tatsächlich hat Mark das Showbusiness in seinen Genen. Er ist der Sohn des Football-Stars Tom Harmon und der Schauspielerin Elyse Knox. Außerdem hat er zwei Schwestern, Kristin Nelson (geborene Harmon) und Kelly Harmon. Beide Schwestern haben ebenfalls Karriere in der Unterhaltungsbranche gemacht – Kelly ist Model und Schauspielerin, während Kristin als Schauspielerin und Malerin gearbeitet hat.

Tragischerweise hatte Kristin – die 2018 an einem Herzinfarkt verstarb – ein schweres Leben, das von Eheproblemen, Drogenmissbrauch und sogar der Entfremdung von einem ihrer Kinder geprägt war. Mark spielte dabei eine große Rolle, indem er versuchte, seiner Schwester zu helfen, und er hatte sogar vorübergehend das Sorgerecht für ihren jüngsten Sohn, als sie nicht in der Lage war, sich richtig um ihn zu kümmern. Werfen wir einen Blick auf Kristins tragische Lebensgeschichte und wie Mark ihr beigestanden hatte.

Kristin wurde am 25. Juni 1945 geboren und ist das älteste der Harmon-Kinder. Als sie 12 Jahre alt war, traf Kristin zum ersten Mal den Mann, der ihr späterer Ehemann werden sollte: Ricky Nelson. Ricky ist ebenfalls der Sohn von Stars und trat mit seinen Eltern, Ozzie und Harriet Nelson, in der Serie "The Adventures of Ozzie and Harriet" auf.

Ein paar Jahre später, im Jahr 1963, heirateten Ricky und Kristin, als sie 17 und er 23 Jahre alt war. Nur sechs Monate später brachte Kristin ihr erstes Kind, Tracy, zur Welt.

Kristin Nelson, Rick Nelson (circa 1963), (Michael Ochs Archives/Getty Images)

Zu diesem Zeitpunkt war Ricky bereits ein Teenie-Idol und nach ihrer Heirat begann Kristin sogar, in "The Adventures of Ozzie and Harriet" aufzutreten, was ihre Schauspielkarriere in Gang brachte. Doch obwohl sie im Rampenlicht standen, verzichtete das Paar nicht darauf, seine Familie zu vergrößern und bekam drei weitere Kinder – Gunnar, Matthew und Sam.

Nach dem Ende von "The Adventures of Ozzie and Harriet" im Jahr 1966 trat Kristin noch ab und zu als Schauspielerin auf. Sie spielte unter anderem in dem mit einem Oscar ausgezeichneten Kurzfilm "The Resurrection of Broncho Billy" sowie in der Fernsehserie "Adam-12" mit.

Allerdings begann sie, in ihrem Privatleben Probleme zu bekommen. Ricky war zu diesem Zeitpunkt ein echter Rockstar und ihr gemeinsamer Party-Lifestyle geriet außer Kontrolle. Kristin sagte 1987 in einem Interview mit People:

"Wir waren Hippie-Rock'n'Roller. Wir taten das, was alle anderen all diese Jahren getan haben."

Kristin fügte hinzu: "Am Anfang haben wir es zusammen gemacht." Doch dann meinte sie: "Nach einer Weile waren wir beide total kaputt." In demselben Interview führte sie weiter aus:

"Ich habe eine Therapie gemacht und er eine Zeit lang auch, aber dann hat er angefangen, nicht mehr hinzugehen. Ich habe versucht, meiner Familie mitzuteilen, dass wir ein Drogenproblem haben und alle helfen müssen. Aber es wurde völlig geleugnet, dass etwas nicht stimmte."

Traurigerweise forderten die Probleme nicht nur ihren gesundheitlichen Tribut, auch ihre Beziehung und ihre Familie litten darunter. Im Jahr 1977 zogen Kristin und die Kinder von zu Hause aus, nachdem sie Ricky beim Fremdgehen mit zwei Cheerleadern der Los Angeles Rams erwischt hatte. Später behauptete er, das sei ein abgekartetes Spiel gewesen, damit Kristin das Sorgerecht für die Kinder bekommen würde.

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Rick Nelson, Kristin Nelson (1963), (Michael Ochs Archives/Getty Images)

Das Paar führte daraufhin allerdings eine On-off-Beziehung. 1982 ließen sie sich dann endgültig scheiden, wobei ihre sehr öffentliche Trennung ein gefundenes Fressen für die Presse war, und die beiden hielten sich mit ihren Meinungen über den anderen nicht zurück.

In dieser Zeit begann Kristin, sich auf die Malerei zu konzentrieren, griff jedoch auch wieder auf Drogen zurück, "ziemlich heftig", wie sie gegenüber People zugab, und sie war oft zu betrunken, um sich weiter der Kunst zu widmen. Irgendwann wurde ihr jüngster Sohn Sam in die Obhut von Kristins Eltern gegeben.

Kurz darauf kam Ricky im Jahr 1985 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, zusammen mit seiner Band und seiner neuen Verlobten. Durch die traurige Nachricht wurde Kristins Verhalten nur noch schlimmer und obwohl ihre ältesten Kinder bereits ausgezogen waren, lebte Sam immer noch bei ihr. Eines Tages rief der damals 12-Jährige seinen Onkel Mark an und flehte um Hilfe. Sams Tante Kelly erzählte People in demselben Interview, dass er sagte:

"Helft mir! ... Holt mich hier raus. Ich halte es nicht mehr aus. Meine Mutter ist wie ein Berg. Erst ist sie oben, dann ist sie unten."

Da er sich nicht sicher war, ob Kristin unter Drogeneinfluss stand, schwor Mark, seinem Neffen zu helfen. Einige Tage später traf der "NCIS"-Schauspieler seine Schwester beim Einkaufen und sie war eindeutig betrunken. Kurze Zeit später gelang es ihm, sie davon zu überzeugen, sich in eine Rehaklinik zu begeben. Kristin sagte in demselben Interview:

"Niemand außer meinem Bruder hätte mich dazu überreden können, weil ich ihm vertraute. Eine Stimme in mir sagte: 'Lass dir einmal im Leben von jemandem helfen.'"

Sam wollte jedoch bei seinem Onkel sein, und so kam es zu einem Sorgerechtsstreit zwischen Kristin und Mark. Der Richter übertrug Mark vorübergehend das Sorgerecht für Sam, während der Fall eine Menge schmutziger Fakten der Familie ans Licht brachte. Schließlich ließ Mark die Anklage fallen und Kristin erhielt wieder das Sorgerecht für Sam, unter der Voraussetzung, dass sie, Sam und Mark jedoch alle eine Beratungsstelle aufsuchten.

Kristin Harmon, Ricky Nelson (1978), (Ron Galella/Ron Galella Collection via Getty Images)

Glücklicherweise begann sich die Beziehung von Kristin und Sam zu verbessern und in einem Interview im Jahr 2016 – zwei Jahre vor ihrem Tod – sprach sie darüber, wie sie die Dinge zwischen ihnen geregelt haben. Sie sagte:

"Wenn man älter wird, sind Dinge, die einmal wichtig waren, nicht mehr so wichtig. Probleme sind keine Probleme mehr. Man kommt über sie hinweg oder nicht. Aber in den meisten Fällen hofft man, es zu schaffen. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg und haben ein gutes Verhältnis zueinander."

Ein Jahr nach dem öffentlichen Sorgerechtsstreit um Sam heiratete Kristin den Fernsehproduzenten und Regisseur Mark Tinker. Ihre Ehe hielt 12 Jahre lang, bis sie sich im Jahr 2000 scheiden ließen.

In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens hielt sich Kristin weitgehend aus dem Rampenlicht heraus. Am 27. April 2018 erlitt sie schließlich einen tödlichen Herzinfarkt. Ihre Tochter Tracy machte die Nachricht öffentlich, als sie auf ihrer Facebook-Seite schrieb:

"Meine Mutter, Kristin Harmon Nelson, ist letzte Nacht plötzlich und unerwartet verstorben. Liebe und Licht für sie."

Kristins Erbe lebt durch ihre Kinder weiter, die alle in die Fußstapfen ihrer Familie in der Unterhaltungsbranche getreten sind. Tracy ist Schauspielerin, während Gunnar und Matthew die Band Nelson gegründet haben. Sam ist ebenfalls Musiker und hat die Band H Is Orange gegründet. Natürlich sind auch ihr Bruder Mark und ihre Schwester Kelly weiterhin mit der Familie verbunden.

Trotz der Schwierigkeiten in ihrem Leben fand Kristin später Frieden, nachdem sie trocken geworden war. Mit der Liebe ihrer Familie, die ihr auch in den schweren Zeiten eine Stütze war, lebt die Erinnerung an Kristin in ihnen weiter.

Mark Harmon (2014), (Steve Granitz/WireImage)

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